Ich betreibe seit Jahren verschiedene lokale LLM-Setups auf kleinen Rechnern — vom sparsamen Büro‑Mini‑PC bis zum kompakten Gaming‑Kistchen im Arbeitszimmer. In diesem Artikel teile ich meine praktischen Erfahrungen: wie du ein LLM lokal laufen lässt, ohne dein Stromkonto zu sprengen, welche GPU‑Auswahl sinnvoll ist, und wie du Datenschutz und Performance pragmatisch optimierst.
Warum lokal statt Cloud?
Die Antwort ist für mich dreigeteilt: Privatsphäre, Kostenkontrolle und Latenz. Lokale Modelle senden keine Daten an externe Server, die laufenden Kosten pro Anfrage sind quasi Null, und die Reaktionszeit ist oft besser als bei Cloud‑APIs — vor allem wenn du dich im gleichen LAN befindest. Allerdings gibt es Kompromisse: Hardware‑Limitierungen, initialer Aufwand und gelegentlich etwas längere Zeit beim Initialisieren großer Modelle.
Welche Modelle eignen sich für einen kleinen PC?
Für einen kleinen PC mit 8–12 GB VRAM empfehle ich kompaktere Modelle oder quantisierte Versionen. Beispiele:
Wenn du keinen dedizierten GPU‑Speicher hast, kannst du mit llama.cpp und GGML‑Quantisierungen auch auf CPU sehr brauchbare Ergebnisse erzielen, allerdings langsamer.
GPU‑Wahl: Was bringt Leistung, was frisst Strom?
Bei kleinen PCs ist der Schwerpunkt auf Effizienz pro Watt und ausreichend VRAM. Hier meine Empfehlungen:
| GPU | VRAM | Stromverbrauch (TDP) | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| RTX 3060 | 12 GB | ~170 W | Sehr guter Allrounder für 7B‑Modelle, gutes Preis/Leistungs‑Verhältnis |
| RTX 4060 / 4060 Ti | 8–16 GB | ~115–160 W | Effizient, gut für 7B (8 GB oft knapp), bessere Treiber/AVX Unterstützung |
| RTX 4070 | 12 GB | ~200 W | Sehr leistungsstark, niedriger Threads‑Overhead, schnellere Inferenz |
| GTX 1660 Super | 6 GB | ~125 W | Budget, für kleinere/quantisierte Modelle oder CPU‑Offload |
| Intel ARC | 6–16 GB | ~150 W | Option, aber weniger Software‑Unterstützung |
Wichtig: NVIDIA GPUs bieten wegen CUDA und ecosystem (bitsandbytes, cuBLAS) die breiteste Unterstützung. Wenn du möglichst wenig Strom willst, schaue auf neuere Ampere‑/Ada‑Generation (z. B. 4060), da diese oft effizienter sind als ältere Karten mit ähnlicher Leistung.
Stromverbrauch praktisch optimieren
Ich reduziere den Verbrauch meiner Maschinen durch eine Kombination aus Software‑Limits und Hardware‑Feintuning:
Bei mir sank der Stromverbrauch pro Anfrage spürbar, nachdem ich Quantisierung und ein moderates Power‑Limit aktivierte, ohne dass die Antworten merklich schlechter wurden.
Speicher, NVMe‑Swap und Out‑of‑Memory vermeiden
Wenn Modelle an der VRAM‑Grenze arbeiten, hast du zwei Optionen: größere GPU oder Speicher‑Optimierung.
Ich nutze auf einem 16‑GB‑System NVMe‑Swap als Fallback. Wichtig ist, die SSD‑Latenz zu minimieren und nicht ständig zu tauschen — das schadet Laufwerk und Performance.
Software‑Stacks, die ich empfehle
Abhängig von OS und GPU:
Konkretes Setup (Kurz): Python‑venv, pip install -U transformers accelerate bitsandbytes, CUDA Toolkit + cuDNN (wenn NVIDIA). Für Apple M1/M2 empfehle ich MPS Backends und optimierte Builds (macOS spezifisch).
Datenschutz und Netzwerk‑Sicherheit
Lokale Modelle bieten schon viel Schutz, aber ich treffe zusätzliche Maßnahmen:
Wenn ich mit sensiblen Daten arbeite, erstelle ich dedizierte, isolierte Umgebungen und nutze kein Internet während der Inferenz, um versehentliche Datenübertragungen zu verhindern.
Praktische Tipps zur Nutzung und Wartung
Ein letzter praktischer Hinweis: dokumentiere deine Befehle (z. B. nvidia‑smi --query, docker‑compose files). Das erspart beim nächsten Setup viel Zeit.
Wenn du willst, kann ich dir ein kurzes, getestetes Setup für einen bestimmten PC‑Typ zusammenstellen (z. B. "RTX 4060, 32 GB RAM, Ubuntu 22.04") — inklusive Installationsbefehlen, power‑tweaks und einem Beispielskript für eine lokale API.